Online Version ansehen   
Newsletter der Stadt Donauwörth vom 03.03.2022

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

aufs Neue ist unsere Welt schlagartig eine andere als zuvor. Durch den Krieg in der Ukraine ging eine jahrzehntelange Phase des Friedens und der Stabilität in Europa zu Ende. Was bis vor wenigen Wochen noch undenkbar war ist nun traurige Gewissheit – der Krieg ist zurück in Europa. Wie gehen wir mit dieser Situation um? Wie können wir handeln, wie helfen? Was Politik und Gesellschaft auf allen Ebenen beschäftigt, bewegt auch uns: Jeden Einzelnen, unsere Stadtgesellschaft und auch mich. Ich bin fassungslos und beunruhigt. Was wir in den letzten Tagen erleben müssen, ist ein schlimmer Rückfall in die Zeiten des kalten Krieges und eisernen Vorhangs. Das hätte ich mir nie mehr vorstellen können. Eine zynische und menschenverachtende Vorgehensweise des russischen Präsidenten und ein Angriffskrieg, der durch nichts, aber auch gar nichts zu rechtfertigen ist. Und wie immer wird dies alles auf dem Rücken vieler unschuldiger und schutzloser Menschen ausgetragen. Unfassbares Leid ist die Folge. Ich hoffe sehr, dass doch noch eine Lösung am Verhandlungstisch erzielt werden kann und für das ukrainische Volk Frieden einkehrt.

Im Rahmen des in diesem Jahr ersten autofreien Samstags in der Reichsstraße organisiert die CID eine Spendensammelaktion für die vielen jetzt notleidenden Menschen in der Ukraine. Mit Sachspenden können Sie einen Transport von Hilfsgütern in die Ukraine unterstützen, zu dem ein Donauwörther Spediteur bald aufbricht. Infos zu dieser Aktion finden Sie hier. Und eine Mahnwache für den Frieden wird am morgigen Freitag, 4.3., stattfinden: Treffpunkt ist um 18 Uhr vor dem Rieder Tor.

In unserem heutigen Newsletter möchte ich Sie außerdem über ein vergangenes Jahr gegründetes Kompetenzteam zur Förderung unserer Innenstadt informieren: Die "IOD". Was es damit auf sich hat, erfahren Sie hier im Rahmen eines Interviews. Und wenn Sie sich in die Zukunft unserer Stadt mit Ihrem Know-How aktiv einbringen möchten, so ist die Bürgerbeteiligung bei "ISEK" eine ideale Gelegenheit dazu. Mehr dazu unten im Artikel.

Herzliche Grüße,


Ihr Jürgen Sorré
Oberbürgermeister


F
oto: Simon Bauer

Integriertes Stadtentwicklungskonzept: Bürgerbeteiligung im April

Zahlreiche Aspekte der Entwicklung des gesamten Stadtgebiets von Donauwörth werden derzeit analysiert und in ein zukunftsweisendes Konzept gegossen: "Integriertes Stadtentwicklungskonzept", kurz "ISEK" heißt diese Gesamtschau, die nicht zuletzt auch umfangreiche Grundlagen für die geplante Neuaufstellung des Flächennutzungsplans liefert.
Der Projektzeitraum von ISEK umfasst rund eineinhalb Jahre und bald beginnt eine seiner wichtigsten Phasen: Die Bürgerbeteiligung, bei der die Themen und die Expertise der Donauwörtherinnen und Donauwörther gefragt sind. Mitmachen geht auf zwei Wegen: Entweder in Präsenz vom 4. - 14. April im Zeughaus: Dort erwarten Sie eine Ausstellung zu ISEK und die Möglichkeit, sich im Rahmen der Bürgerbeteiligung einzubringen. Oder Sie machen online mit: Ebenfalls ab 4. April, insgesamt vier Wochen lang. Erste Infos zur Bürgerbeteiligung gibt es hier, weitere Infos folgen. Unter dem angegeben Link ist ist außerdem ein Zwischenstand zu ISEK zu finden, wie er in der öffentlichen Sitzung des Bau- und Stadtplanungsausschusses am 07.02.2022 vorgestellt wurde.

Foto: C. Kretzschmar

CID: Autofreier Samstag in der Reichsstraße mit Spendenaktion für die Ukraine

Diesen Samstag ist es wieder soweit: Zum ersten Mal in diesem Jahr wird die Reichsstraße zur Flaniermeile. Sie ist dafür von 10 bis 18 Uhr für den gesamten Verkehr gesperrt und wunderschön frühlingshaft dekoriert. Mit dem Pilotprojekt "Flanieren in der Reichsstraße" startete die City Initiative Donauwörth vergangenen September die Idee: entspannt shoppen und bummeln in der autofreien Reichsstraße. Die CID konnte ein positives Resümee mit gutem Feedback der Einzelhändler und Gastronomen ziehen, so dass die Idee heuer fortgesetzt wird.
Kurzfristig wird dabei eine Sammelaktion in Form von Geldspenden für die Menschen in der Ukraine organisiert. Weitere Informationen gibt es hier.

Und außerdem...

… begegnet Donauwörtherinnen und Donauwörthern neuerdings immer mal wieder der Begriff „IOD“: Er steht für „Innenstadtoffensive Donauwörth“ und für ein Projektteam mit verschiedenen Akteuren und einem gemeinsamen Ziel: Die Gestaltung und Belebung der Innenstadt. Oberbürgermeister Sorré und Christiane Kickum – in Doppelfunktion Leiterin des Stadtmarketings im Rathaus und Geschäftsführerin der CID – berichten hier im Interview darüber. Auftakttreffen der IOD war übrigens im vergangenen September, seitdem gab es nahezu monatlich ein Treffen. Die enge Taktung ist bewusst gewollt: Um verschiedene Themenschwerpunkte abzuarbeiten und zügig in die Umsetzung zu gehen. Donauwörth kommt mit der IOD übrigens eine Vorreiterrolle zu: Einen Arbeitskreis in dieser Zusammensetzung mit diesen Aufgaben gibt es bislang noch in kaum einer Kommune.

 Der Begriff „Innenstadtoffensive Donauwörth“, kurz „IOD“ ist vielen neu. Um was handelt es sich?

OB Sorré: Die IOD ist ein Kompetenzteam, in dem Gewerbetreibende aus verschiedenen Branchen, Vertreter der Fraktionen und Vertreter der Verwaltung dabei sind – also die Player, die zusammenspielen müssen. Dadurch dass es kein beschließendes Gremium ist, kann sehr frei gedacht werden, Ideen können entwickelt werden. Die formale Beschlussfassung muss dann natürlich im zuständigen Gremium des Stadtrates erfolgen, das ist klar. Aber diesen Raum, den man braucht um die Innenstadt weiterzuentwickeln, den kann man in den oft eng mit Themen durchgetakteten formalen Gremiensitzungen gar nicht haben. Deswegen: die IOD ist eine Ideenwerkstatt, eine Kreativwerkstatt, immer aber mit dem Querverweis, dass die Entscheidungshoheit beim Stadtrat und seinen Gremien liegt, und dort das, was aus der IOD heraus als Ideen vorgeschlagen wird, natürlich auch beschlossen werden muss.
Kickum: Entstanden ist die IOD aus einem Förderprogramm der IHK mit dem Namen „Innenstadt Reloaded“: Es gab dabei einen von der IHK geförderten Workshop mit Händlern und Gewerbetreibenden aus der Innenstadt zur Zukunft der Innenstädte allgemein und insbesondere in Donauwörth. Den Drive aus dem Workshop wollten wir mitnehmen und Ideen daraus in die Umsetzung bringen – das war also sozusagen die Initialzündung für die Gründung der IOD. 

Welche Themenschwerpunkte gab es bereits?

Kickum: Beim ersten Treffen ging es darum, sich zu finden, was gibt´s für Themen etc. Dann stand das Thema „Flächenmanagement“ auf der Agenda, also wo will man von der Ausrichtung her mit welchem Straßenzug im Innenstadtbereich hin. Dann gab es das Thema „Rahmenkonzept Grün“ und jetzt im vierten Treffen ging es um das Thema Verkehr. 

Wie werden wir im Stadtbild diese Themen sehen?

OB Sorré: Also wir haben die Themen in den Workshops diskutiert und da kamen alle Ideen auf den Tisch: Bäume in der Reichsstraße, mehr Grün, Fußgängerzone dauerhaft, Fußgängerzone temporär, wie bekommt man den Verkehr reduziert – das war wirklich ein intensives und kreatives Brainstorming. Und jetzt gilt es das Ganze in ein beschließendes Gremium zu bringen. Dementsprechend werden wir in einer der nächsten Bauausschusssitzungen das Thema „Platzgestaltung, Grüngestaltung, Aufenthaltsqualität“ präsentieren – in öffentlicher Sitzung, mit Visualisierung einer Grünplanung und Ergebnissen der Verkehrszählung, so dass sich hier ein Gesamtbild ergibt. Die Vertreter der Fraktionen in der IOD fungieren als Multiplikatoren in ihren Fraktionen. Die Öffentlichkeit nehmen wir mit, in dem wir das ganz klassisch in einem öffentlichen Tagesordnungspunkt behandeln. 

Wie ist in der IOD und im Zusammenspiel der Teilnehmer die Stimmung?

Kickum: Hervorragend. Wir haben es zum Beispiel beim letzten Treffen gemerkt: Da gab es zwei Arbeitsgruppen, besetzt mit Vertretern von Politik, Verwaltung und Händlern, und aus beiden Gruppen ergab sich das gleiche Ergebnis. Das zeigt die Stimmung ganz gut: Es wird in der IOD sehr offen diskutiert und auch sehr kontrovers, aber dann gelingt es, sich auf ein Ergebnis zu einigen.
OB Sorré: Es trägt auch viel zum gegenseitigen Verständnis bei: Indem zum einen die dabei sind, die das Konzept zum Schluss sozusagen erleben, die Geschäftswelt. Dann diejenigen, die für die Umsetzung sorgen sollen, die Verwaltung. Und diejenigen, die das Ganze von der politischen Seite her mittragen. Das gute Miteinander, das wir in allen Treffen erleben, ist wirklich sehr wertvoll und jeder tritt ein Stück weit aus seiner Rolle heraus. Damit haben wir zum Schluss Vorschläge, die übergreifend entwickelt worden sind und hoffentlich auf eine gute Akzeptanz treffen. Klar ist aber, dass es auch Ideen gibt, wo man am Ende des Tages feststellt: da führt kein Weg hin. Dann hat das aber nicht allein der Stadtrat festgestellt oder die Verwaltung, sondern ein aus unserer Sicht repräsentativer Querschnitt aus der Innenstadt. Das ist der Mehrwert dieser Innenstadtoffensive Donauwörth.  

Warum ist die Bedeutung der Innenstadt eigentlich so groß?

OB Sorré: Ich glaube, jede Stadt braucht einen Kern. Das ist in der Regel das Zentrum, die Innenstadt. Dort ist der zentrale Anlaufpunkt. Diese Zentren will jede Stadt stärken: für die Bürger, auch für die Touristen, und als Ausdruck der Lebendigkeit einer Stadt. Stadtzentren sind zudem auch identitätsstiftend. Darum muss man sich um diese Themen besonders kümmern und das ist ein breiter Mix aus vielen Aufgaben. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir da auf einem guten Weg sind. Aber genauso, wie sich der Wandel im Sinne eines vermeintlichen Niedergangs der Innenstädte über einen langen Zeitraum hinweg und als schleichender Prozess vollzogen hat, so wird es auch ein längerer Prozess sein, diese Entwicklung wieder umzudrehen oder in andere Bahnen zu leiten. Da ist es nicht damit getan dass man sagt: Jetzt setzt man fünf Maßnahmen um und plötzlich ist alles wieder gut. Aber ich werde auch nicht müde, immer wieder zu betonen: so tot, wie alle immer sagen, ist unsere Innenstadt nicht. Ich sehe es ja sogar hier von meinem Fenster im Rathaus aus: Es sind viele Fußgänger und Passanten unterwegs. Also dass die Reichsstraße komplett tot und verwaist ist, das lasse ich so nicht stehen.
Kickum: Eine Innenstadt ist ja nicht nur dafür da, dass man Einkaufen geht, sondern sie ist auch ein Magnet für Besucher. Man vergisst oft, was alles dran hängt: Wenn es keinen Handel gibt, dann ist es uninteressant zu kommen – die Besucherinnen und Besucher, ob von nah oder fern, brauchen Schaufenster, der Hauseigentümer braucht einen Mieter um sein Haus zu erhalten, und so weiter. Also da geht´s nicht nur um den Punkt, wie der Handel seinen Umsatz macht, sondern es geht in der Gesamtschau darum, dass die Innenstadt attraktiv bleibt für Besucher. Und da haben wir hier in Donauwörth gute Voraussetzungen: Wir wissen zum Beispiel aus Passanten-Zählungen, dass an einem ganz normalen Donnerstag im vergangenen November 5.000 Personen in der Reichsstraße unterwegs waren. Darauf können wir aufbauen!  

Wann werden erste konkrete Maßnahmen öffentlich im Gremium behandelt?

OB Sorré: Definitiv jetzt im ersten Halbjahr. Noch vor Ostern wollen wir einen ersten Entwurf präsentieren wo wir aus der IOD heraus sagen: So könnten wir uns eine Umgestaltung vorstellen, das würde der Innenstadt helfen. 

Was wünschen Sie beide der Donauwörther Innenstadt?

Kickum: Dass wir die Maßnahmen, die wir in der IOD gemeinsam erarbeitet haben, umsetzen können und dass sie so fruchten, wie wir uns das vorstellen.
OB Sorré: Dass die Reichsstraße nicht nur optisch einer der schönsten Straßenzüge ist sondern auch vom ganzen Erlebnis, von der Qualität und Lebendigkeit her diesem Ruf gerecht wird.

Tipps & Termine

Anmeldungen zum Kindergartenjahr 2022/23: Infos hier
Ausstellung zur Gemeindegebietsreform: Verlängert bis 5.4.22
Stadtführungen der Tourist-Info: Termine und Themen hier

Mehr Artikel


Dieser Newsletter wurde versendet von
Pressestelle der Stadt Donauwörth
Rathausgasse 1 86609 Donauwörth

Telefon 0906/789 -102 oder -105
E-Mail pressestelle@donauwoerth.de


NEWSLETTER ABBESTELLEN