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Newsletter der Stadt Donauwörth vom 17.09.2021


Die Bürgerentscheide zur Zukunft des Tanzhauses sind in greifbare Nähe gerückt! Im Vorfeld dieses Votums der Donauwörther Bürgerinnen und Bürger haben wir für den Newsletter mit Oberbürgermeister Jürgen Sorré über das Thema gesprochen:


Herr Oberbürgermeister Sorré, die Bürgerentscheide stehen kurz bevor – was ist Ihre Position?  

"Das eine ist: Was habe ich persönlich für eine Meinung. Da habe ich mich im Stadtrat klar geäußert, ich habe bei der Abstimmung für einen Neubau gestimmt und meine Gründe dafür dargelegt. Dazu gehört unter anderem, dass ich bei einem Neubau einfach mehr Spielraum und Flexibilität sehe, das Tanzhaus so zu gestalten, wie es zu den Bedürfnissen der Stadt passt. Zu dieser Position stehe ich nach wie vor. Und keine Position zu beziehen - das wäre nicht meine Art. Auf der anderen Seite bin ich aber als Oberbürgermeister auch derjenige, dessen Aufgabe es ist, den Prozess der Tanzhaus-Neuausrichtung zu führen und zum Gelingen zu bringen – unabhängig davon, ob sich die Bürger für eine Sanierung oder einen Neubau entscheiden werden. Bei alledem geht es meiner Meinung nach auch nicht darum, wer letztlich recht gehabt hat. Sondern es geht darum zu sagen: Was ist jetzt der Bürgerwille und wie bringen wir diesen zusammen mit eventuellen Aspekten des Denkmalschutzes, so dass wir eine gute Lösung entwickeln und umsetzen - so zügig als möglich. Das wird natürlich noch ein hartes Stück Arbeit. Dabei ist mir wichtig, dass alle Beteiligten auf Basis des Ergebnisses der Bürgerentscheide gut zusammenarbeiten. Ich für meinen Teil kann sagen: Welcher Weg aufgrund der Bürgerentscheide auch eingeschlagen wird: Ich werde alles daran setzen, diesen Weg bestmöglich umzusetzen, und freue mich darauf, hier bald klarer zu sehen."


Beide Seiten werben im Endspurt kurz vor dem Wahltermin um Stimmen. Was ist zu den kursierenden Zahlen und Fakten zu sagen?

"Der Stadtrat –  auch bereits der in der vorherigen Wahlperiode – hat auf Grundlage vieler Untersuchungen und Studien versucht, sich bestmöglich ein Bild vom Gebäude zu machen, als Entscheidungsgrundlage für die Neuausrichtung. Dabei wurde vieles untersucht, aber natürlich zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschließend und nicht in allen Details. Fakt ist: Wir haben eine Machbarkeitsstudie und dazu eine Plausibilisierungsstudie. Eine Machbarkeitsstudie inklusive Plausibilisierung liefert sehr wertvolle Grundlagen, sie ist aber noch keine Detailplanung, so dass sich die Annahmen im weiteren Planungsverlauf erst erhärten werden. Ich halte dies für einen wichtigen Punkt, vor allem auch, wenn wir über den Tag der Bürgerentscheide hinaus und nach vorne blicken: Welche der derzeit vorliegenden Aussagen und Berechnungen am Ende dann zu welchem Grad zutreffen, werden wir erst im Lauf des weiteren Prozesses wissen – aber natürlich nur für die dann eingeschlagene Umsetzungsvariante. Wichtig ist jetzt die Richtungsentscheidung, die für viele Wählerinnen und Wähler vielleicht auch eine Entscheidung aus dem Bauch heraus oder gar des Herzens ist. Wichtig ist mir der gegenseitige Respekt für die Meinung des anderen, hinter der in der Regel ja Engagement, das Ringen um die beste Lösung für unsere Stadt und auch Herzblut stecken." 


Wie ist der Stand beim Thema Denkmalschutz?
 

"Beim Denkmalschutz wurde vom Landesamt für Denkmalpflege die Frage aufgeworfen, ob hier der Ensembleschutz greift. Vergangene Woche, am 9. September, waren Vertreter des Landesdenkmalamts beim Ortstermin im Tanzhaus, um sich ein Bild zu machen. Mit dabei waren auch Stadtratsvertreter sowohl der Sanierungs- als auch der Neubau-Variante und ein Vertreter der Bürgerinitiative. Die Entscheidung, ob der Ensembleschutz greift, trifft der Landesdenkmalrat. Bei der Entscheidungsfindung wird auch das Ergebnis aus den Bürgerentscheiden einbezogen, so wurde es uns zugesagt. Sobald wir neue oder weitere Informationen vom Landesdenkmalamt dazu erhalten, werden wir darüber informieren. Wir werden jedoch schon damit rechnen müssen, dass seitens des Denkmalschutzes Anforderungen gestellt werden, die bei der Umsetzung des Ergebnisses der Bürgerentscheide zu berücksichtigen sind."


Wie geht es nach den Bürgerentscheiden weiter?
 

"Egal bei welcher Variante gilt es, als allerersten Schritt das Thema Nutzungskonzept zu finalisieren. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass auch im bisher vorliegenden Nutzungskonzept noch nicht alle Flächen belegt sind. Beim Thema Nutzungen wird natürlich entscheidend sein: Muss man sich an der bestehenden Kubatur orientieren – dies im Fall der Sanierung – oder hat man mehr Gestaltungsspielraum. Sobald Einigkeit über die Nutzung besteht, kann man in die konkrete Planung gehen. Da werden wir sicherlich einen Architektenwettbewerb durchführen und uns mit der Regierung abstimmen, insbesondere beim Thema Fördermittel. Aber das sind die ganz konkreten nächsten Schritte: Die Nutzungen festlegen, in die Planung gehen und auf der Basis dann in die Umsetzung." 


Welcher Weg eingeschlagen werden soll, wird also bald feststehen. Ob Sanierung oder Neubau – wann ist mit der Fertigstellung zu rechnen?
 
"Ich hatte die Marschrichtung ausgegeben, dass es noch in der laufenden Wahlperiode eingeweiht werden soll. Durch die Plausibilisierung der Machbarkeitsstudie, die nochmalige Beschäftigung im Stadtrat und jetzt die Bürgerentscheide haben wir nochmals einen zeitintensiven Prozess hinter uns, der aber auch wichtig war. Von dem her werden wir zum Ende der Wahlperiode auf jeden Fall einen sehr weiten Baufortschritt sehen. Ob wir tatsächlich schon Einweihung feiern können, das hängt jetzt vom weiteren Verlauf der Planungs- und Umsetzungsphase ab, aber wir werden mit vereinten Kräften alle Hebel in Bewegung setzen, dass es gelingt."


Unabhängig vom konkreten Ausgang: Was wünschen Sie den Donauwörther Bürgerinnen und Bürgern im Zusammenhang mit den Bürgerentscheiden?
 

"Endlich Klarheit, was wir mit dem Tanzhaus machen. Und vielleicht hat es in letzter Konsequenz auch so kommen müssen: Der Stadtrat hat zwei Mal bei Abstimmungen sehr mit sich gerungen, hat einmal für die Sanierung entschieden, dann doch für den Neubau. Die Konsequenz ist jetzt, dass am Ende die Bürgerinnen und Bürger entscheiden sollen, und da wünsche ich mir eine möglichst hohe Wahlbeteiligung mit anschließend einem klaren Handlungsauftrag an das Gremium, damit wir zügig in die Umsetzung gehen können."



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Übrigens: Am Wahlabend werden alle Ergebnisse, sowohl zu den Bundestagswahlen als auch zu den Bürgerentscheiden, auf www.donauwoerth.de unter dem Button „Wahl 2021“ online sein: Ab 18 Uhr lohnt es sich, dort immer wieder mal reinzuschauen oder dran zu bleiben, denn dann beginnt die Auszählung in den einzelnen Wahllokalen!


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